Digitale Barrierefreiheit

Barrierefreies Webdesign: Personen mit Sehbehinderung und im Rollstuhl nutzen digitale Geräte vor einem Monitor mit Rollstuhl-Symbol

Unterstützung bei der Umsetzung Barrierefreier Webseiten.

Machen Sie Ihren Internetauftritt zugänglich für alle. Von persönlicher Beratung, bis hin zu Auditierung und Umsetzung Ihrer Internetpräsenz.

Was bedeutet Barrierefreiheit?

Barrierefrei bedeutet, dass alle gestalteten Lebensbereiche für Menschen mit Behinderungen ohne Hindernisse nutzbar sind. Das betrifft zum Beispiel Gebäude, Busse, technische Geräte oder Internetseiten. Diese Dinge müssen so gestaltet sein, dass Menschen mit Behinderungen sie leicht finden, ohne fremde Hilfe betreten und problemlos benutzen können. Dabei ist es völlig normal und erlaubt, persönliche Hilfsmittel wie einen Rollstuhl oder ein Hörgerät zu verwenden. Alles soll für jeden Menschen so einfach wie möglich zugänglich sein.

Einfaches Beispiel: Ein Mensch in einem Rollstuhl sollte ohne Hindernisse (Barrierefrei) in einem Café oder Restaurant zur Toilette gelangen können.

Im Internet bedeutet das ganz konkret, dass jede Webseite so aufgebaut sein muss, dass alle Menschen sie problemlos finden, bedienen und verstehen können, ganz egal ob sie eine Einschränkung haben oder nicht. Seit dem 28. Juni 2025 ist diese digitale Barrierefreiheit durch neue gesetzliche Regeln für viele Unternehmen und Anbieter sogar zur Pflicht geworden, um die volle Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben sicherzustellen.

Hier sind Beispiele, wie Benutzeroberflächen für Menschen mit Einschränkungen aussehen.

Aus der Sicht eines Menschen mit Grün Schwäche.

Für einen Menschen mit einer Grün-Schwäche (Fachbegriff: Deuteranomalie) sehen digitale Oberflächen oft anders aus als für Normalsichtige. Grün-, Rot-, Orange- und Brauntöne lassen sich nur schwer voneinander unterscheiden. Sie wirken oft wie verschiedene Schattierungen derselben Farbe.
Beispiel für barrierefreies Design: Visualisierung, wie Farben einer Website für Nutzer mit Rot-Grün-Schwäche erscheinen, zur Verdeutlichung von Kontrastanforderungen. Beispiel für barrierefreies Design: Visualisierung, wie Farben einer Website für Nutzer mit Rot-Grün-Schwäche erscheinen, zur Verdeutlichung von Kontrastanforderungen.

Aus der Sicht eines Menschen mit Dyslexie

Für Menschen mit Dyslexie (Lese-Rechtschreib-Schwäche) stellen Texte auf digitalen Oberflächen oft eine Hürde dar, da Buchstaben verschwimmen oder vertauscht werden können.

Beispiel für Barrierefreiheit: Simulation der Textwahrnehmung bei Dyslexie zur Verdeutlichung der Notwendigkeit lesbarer Schriftarten und klarer Strukturen. Beispiel für Barrierefreiheit: Simulation der Textwahrnehmung bei Dyslexie zur Verdeutlichung der Notwendigkeit lesbarer Schriftarten und klarer Strukturen.
Eine diverse Gruppe von jubelnden Menschen, darunter Rollstuhlfahrer und Senioren, feiert digitale Inklusion

Barrierefreiheit im Web

Warum Ihr Unternehmen nur profitieren kann

Erweiterter Nutzerkreis
Mit einer barrierefreien Website erreichen Sie viel mehr Menschen. Davon profitieren nicht nur Personen mit einer dauerhaften Behinderung, sondern auch alle, die nur vorübergehend eingeschränkt sind – zum Beispiel durch eine Verletzung oder eine helle Lichtumgebung. So vergrößern Sie Ihre Zielgruppe und steigern Ihren Erfolg.

Erhöhte Nutzerfreundlichkeit
Ihre Kundinnen und Kunden finden sich auf der Website viel schneller zurecht und kommen ohne Umwege an ihr Ziel – egal, ob sie Einschränkungen haben oder nicht. Das sorgt für zufriedene Besucher, die gerne wiederkommen und Ihrem Unternehmen treu bleiben.

Positives Markenimage
Eine barrierefreie Website zeigt, dass Ihnen alle Menschen wichtig sind und Sie soziale Verantwortung übernehmen. Das sorgt für ein positives Image und führt dazu, dass Ihre Kunden Ihrer Marke mehr vertrauen und Ihnen treu bleiben.

Welche Anforderungen müssen erfüllt werden?

Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht, das auch für das Internet gilt. Das internationale Gremium für das Web hat dafür vier wichtige Grundregeln festgelegt. Diese Regeln sorgen dafür, dass Internetseiten für alle Menschen zugänglich sind und von jedem genutzt werden können.

Wahrnehmbar

Jeder Mensch muss die Inhalte auf der Webseite verstehen können. Wenn es Bilder, Videos oder Zeichnungen gibt, müssen diese kurz und klar beschrieben werden (sogenannte "Alt-Texte"). Stellen Sie sich vor, jemand kann das Bild nicht sehen: Der Beschreibungstext erklärt ihm dann, was auf dem Bild zu sehen ist.

Bedienbar

Menschen, die besondere Computer-Hilfsmittel nutzen (zum Beispiel Sprachausgabe-Programme für Blinde oder spezielle Mäuse), müssen die Webseite auch bedienen können. Die gesamte Webseite muss nur mit der Tastatur bedienbar sein – also ohne Maus. Das ist besonders wichtig für Menschen, die keine Maus benutzen können.

Verständlich

Die Texte und die Art, wie man die Website bedient, müssen klar und einfach sein. Beim Klicken auf einen Knopf darf nichts Unerwartetes passieren. Die Nutzer sollen immer wissen, wo sie sich befinden und was der nächste Schritt ist. Die Webseite soll sich logisch anfühlen.

Robust

Die Webseite muss sauber und fehlerfrei gebaut sein. Die Webseite muss auf verschiedenen Geräten (wie Handys, Tablets, Computern) gut funktionieren. Spezielle Computer-Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen (wie Screenreader) müssen die Inhalte richtig lesen und verstehen können.

WCAG-Konformitätsstufen beim barrierefreien Webdesign

Diese drei Stufen gelten für jeden einzelnen Teil Ihrer Website, wenn Sie diese barrierefrei aufbauen möchten. Man muss also bei jedem Baustein der Seite darauf achten, dass diese Regeln eingehalten werden.

Stufe A

Das ist die einfachste Stufe, die man ohne große Änderungen am Aussehen der Website erreichen kann. Wenn Ihre Website diesen Standard nicht erfüllt, gibt es dort vermutlich Hindernisse für Menschen mit Behinderungen, die Sie dringend beheben sollten.

Stufe AA

Diese Stufe ist das wichtigste Ziel für Ihre Website, da sie deutlich besser ist als die Grundstufe. Sie gilt als der goldene Standard für barrierefreie Inhalte im Internet. Seit Juni 2025 ist dieser Standard für viele Unternehmen sogar gesetzlich vorgeschrieben, um eine rechtssichere und für alle zugängliche Website zu garantieren.

Stufe AAA

Diese Stufe enthält die strengsten Regeln und ist das höchste Ziel für Barrierefreiheit im Internet. Sie bietet den umfassendsten Zugang für alle Menschen. Allerdings ist dieser Standard nicht für jede Website vorgeschrieben, da manche Inhalte technisch gar nicht so streng umgesetzt werden können.
Das Erreichen der höchsten Stufe (AAA) bei der digitalen Zugänglichkeit kann man mit der Schulnote „Sehr Gut“ (Note 1) vergleichen. Sie wissen genau, welche Schwierigkeiten Menschen mit Behinderungen bei der Nutzung haben könnten. Sie haben sehr aktiv daran gearbeitet, all diese möglichen Probleme zu lösen. Kurz gesagt: AAA steht für ein besonders hohes Engagement für Barrierefreiheit.

Häufig gestellte Fragen

Es bedeutet, dass die Webseite so gebaut ist, dass wirklich jeder sie nutzen kann. Egal, ob jemand blind ist, eine Sehschwäche hat, die Hände nicht ruhig halten kann oder eine Lernschwäche hat.

Nein. Barrierefreiheit hilft vielen: Älteren Menschen, Leuten mit Farbschwäche oder sogar Ihnen selbst, wenn Sie z. B. müde sind und Ihre Sehstärke nach lässt.

Sie nutzen einen sogenannten Screenreader. Das ist eine Software, die den Text der Webseite laut vorliest.

Manche Menschen können keine Maus bedienen. Sie nutzen die Tab-Taste, um von Link zu Link zu springen. Eine barrierefreie Seite muss komplett ohne Maus bedienbar sein.

Gegenfrage: Ist unsere Barrierefreie Website: 4ydesign.de hässlich? Wenn Ihnen etwas nicht gefällt, dann können Sie uns gern Feedback geben. Bitte benutzen Sie dafür das vorgesehene Kontaktformular ».

Man darf Farben benutzen, aber man darf sich nicht nur auf Farben verlassen. Beispiel: „Klicken Sie auf den grünen Button zum Speichern.“ (Ein farbblinder Nutzer weiß nicht, welcher das ist.)

Private Seiten und reine Angebote für andere Firmen müssen das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz nicht erfüllen. Auch kleine Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern oder höchstens zwei Millionen Euro Umsatz sind von diesen Pflichten befreit. Das Gleiche gilt, wenn die notwendigen Änderungen für eine Firma ein zu großes finanzielles Risiko wären. Auch wenn Sie gesetzlich nicht dazu verpflichtet sind, bietet eine barrierefreie Website viele Vorteile für Ihren Erfolg. Sie sollten das Thema Barrierefreiheit daher bei jedem neuen Projekt von Anfang an einplanen.

Wenn Ihre Website seit dem Ablauf der Frist im Juni 2025 nicht barrierefrei ist, kann die zuständige Behörde Sie dazu auffordern, dies schnell zu ändern. Das passiert zum Beispiel, wenn Kunden oder Verbände den Fehler melden. Falls Sie die Seite dann nicht anpassen, drohen Bußgelder von mehreren tausend Euro. Außerdem kann die Behörde Ihren Online-Verkauf oder Ihre digitalen Dienste komplett stoppen, bis die Website für alle Menschen barrierefrei (Standard WCAG 2.1 auf der Stufe AA) ist.

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind internationale Richtlinien für barrierefreies Webdesign, die das W3 Consortium entwickelt hat.

Die Regel EN 301 549 erklärt genau, wie Produkte und Dienste nach europäischem Recht barrierefrei gestaltet werden müssen. Für Internetseiten und Apps bezieht sich diese Regel direkt auf die internationalen Richtlinien für barrierefreie Inhalte. Das bedeutet, dass Websites in der Regel den Standard WCAG 2.1 auf der Stufe AA erfüllen müssen, um rechtlich sicher zu sein.

Die BITV ist eine Vorschrift für Internetseiten von Behörden und Ämtern des Bundes. Seit einigen Jahren schreibt sie vor, dass diese Seiten moderne europäische und internationale Standards für Barrierefreiheit erfüllen müssen. Zudem verlangt die BITV 2.0, dass Technik immer auf dem neuesten Stand ist, um den bestmöglichen Zugang für alle zu bieten. Besonders wichtig ist dabei, dass Behörden auch Informationen in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache anbieten müssen.

Barrierefreie Webseiten bringen Vorteile:

  • Mehr Menschen erreichen: Die Website kann von vielen Leuten genutzt werden: Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen oder auch Leute, die nur kurz eine Einschränkung haben (zum Beispiel ein gebrochener Arm).
  • Neue Kunden gewinnen: Firmen erreichen mehr Menschen und bekommen neue Kunden.
  • Für alle besser: Die Nutzung der Website ist für alle angenehmer und einfacher, nicht nur für Menschen mit Behinderungen.

Eine barrierefreie Webseite ist fair und gerecht. Sie ist auch ein klarer Wettbewerbsvorteil. Firmen, die darauf achten, gewinnen mehr Nutzer und Kunden.

Eine ältere Frau winkt lächelnd in die Kamera ihres Laptops als Beispiel für altersgerechte Barrierefreiheit

Gemeinsam Barrieren abbauen

Barrierefreiheit ist für uns kein bloßes Gesetz, das man abhaken muss. Es ist der Schlüssel zu einer besseren User Experience für jeden Nutzer. Wir unterstützen Sie dabei, Barrierefreiheit für Ihre Website zu erreichen.